WLAN-Standards
Alle wichtigen Infos zu IEEE 802.11a/b/g/n/ac

Mesh WLAN-Router

Ohne WLAN wäre das Leben mit dem Internet heute nur schwer erträglich. Als die ersten WLAN-Router in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends in die Privathaushalte einzogen, wurden eifrig Laptops mit WLAN-USB-Sticks nachgerüstet, um endlich ohne lästiges Kabel auf dem Sofa im Netz surfen zu können. Heute verbinden sich Fernseher, Smartphones, Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Smart-Home Systeme oder Kühlschränke wie selbstverständlich mit dem WLAN – oder setzen dieses auch als selbstverständlich voraus.

Dabei haben nicht nur die Geräte enorme technische Fortschritte gemacht, sondern auch die technische Entwicklung von WLAN selber. In diesem Ratgeber erklären wir Dir die verschiedenen WLAN-Standards, deren Kompatibilität untereinander und wie sich auch alte Geräte in ein modernes WLAN einklinken können.

Welche WLAN-Standards gibt es?

Wie alles in der Technikwelt hat auch WLAN in den letzten 20 Jahren eine lange Weiterentwicklung hinter sich. Die Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit und Reichweite wurden dabei stets verbessert. Verantwortlich dafür zeichnet sich das IEEE (Institute of Electrical and Electronic Engineers) in New York.

Die Zeichenfolge IEEE bringen zwar viele Menschen mit WLAN in Verbindung, die Bedeutung ist vielen jedoch unklar. 1997 wurde vom IEEE der erste Standard für die kabellose Verbindung in Funknetzwerken, nämlich IEEE802.11, festgelegt.

Spezifikation IEEE802.11 IEEE802.11b IEE802.11g IEEE802.11n IEEE802.11ac
Geschwindigkeit 2 Mbit 11 Mbit 54 Mbit Bis 600 Mbit Bis 6939 Mbit
Frequenz 2,4 Ghz 2,4 Ghz 2,4 Ghz 2,4 Ghz, 5 Ghz 2,4 Ghz, 5 Ghz
Kompatibel ja ja ja ja nur mit 802.11n
Reichweite 20 Meter 38 Meter 38 Meter 70 Meter 50 Meter

Der Standard 802.11a wurde in der Tabelle ausgespart, da er in Europa so gut wie keine Rolle gespielt hat.

WLAN (IEEE 802.11)

Mit atemberaubenden 2 Mbit Datenrate war WLAN im Jahre 1997 sehr langsam, jedes Kabelnetzwerk war damals noch weit überlegen. Auch an Geräten mangelte es und so war der erste WLAN-Standard der Welt eher in Unternehmen und Universitäten zu finden. Durch den geringen Datendurchsatz eignete er sich vornehmlich zur reinen Übertragung von kleinen Datenmengen (z.B. Textdateien) und lässt sich als gelungenen ersten Versuch bezeichnen.

WLAN A (IEEE 802.11a)

1999 kam der nächste Entwicklungsschritt, 802.11a. Theoretisch ließen sich damit Reichweiten von 35 Metern innerhalb von Gebäuden und eine Datenrate von 54 Mbit erreichen. In der Praxis kamen diese Werte allerdings eher selten zustande. In Europa ist die Spezifikation 802.11a erst seit 2003 zugelassen und darf auch nur innerhalb von Gebäuden verwendet werden. Denn dieser Frequenzbereich wird ebenfalls vom Militär und der Flugsicherung verwendet. Weiterhin ist er leider nicht mit anderen WLAN-Standards kompatibel.

WLAN B (IEEE 802.11b)

Weitaus bekannter dürfte vielen noch IEEE802.11b sein. 802.11b brach zwar auch keine Geschwindigkeitsrekorde, wurde aber durch das schnelle Wachstum der DSL-Anschlüsse um die Jahrtausendwende und der damit ebenfalls ansteigenden Zahl von WLAN-Routern quasi zum Volks-WLAN. Durch den Betrieb mit 2,4 Ghz ergaben sich auch keine Probleme mit bereits bestehenden Frequenzbereichen. 11 Mbit Übertragungsrate versprachen schon mal deutlich mehr Geschwindigkeit, aber auch diese Werte ließen sich nur unter sehr optimalen Bedingungen auch wirklich erreichen.

WLAN G (IEEE802.11g)

2003 brachte der neue WLAN-Standard 802.11g dann mehr Geschwindigkeit. 54 Mbit Datenübertragungsrate sollten es sein, aber auch diese kamen in den seltensten Fällen bei einem Endgerät an. Praktisch war allerdings die Abwärtskompatibilität zum Standard 802.11b, die eben auch vorhandene Geräte mit WLAN versorgte, die nur 802.11b beherrschten. 802.11g war allerdings ein wenig störungsanfällig. Beim Warmmachen des Mittagessens in der Mikrowelle konnte es so schon einmal zu WLAN-Abbrüchen kommen.

WLAN N (IEEE802.11n)

Trotz der wachsenden Internetnutzung ließ der nächste Standard 802.11n sechs Jahre auf sich warten. Erst im Herbst 2009 wurde dieser WLAN-Standard veröffentlicht und konnte durch einen einfachen Trick die Datenübertragungsrate massiv anheben. Durch die Verwendung von parallelen Antennen und der Anhebung der Frequenz von 20 auf 40 Mhz im WLAN-Router lässt sich diese auf bis zu 600 Mbit erhöhen. Auch hier ist es natürlich von der Umgebung abhängig, was dabei am Ende auch wirklich ankommt.

802.11n war dringend vonnöten, denn Online-Videos wurden immer beliebter und diese mussten ohne lästiges Ruckeln auf den heimischen Endgeräten ankommen. Zudem wuchs durch die Verbreitung von Smartphones und Tablets die Anzahl der Geräte im Haushalt, die natürlich über das heimische WLAN gleichzeitig versorgt werden mussten.

Durch die gleichzeitige Verwendung der 2,4 Ghz und 5 Ghz-Bänder bleibt 802.11n auch kompatibel mit den bestehenden Standards 802.11b und 802.11g.

WLAN AC (IEEE802.11ac) – der schnellste WLAN-Standard

2013 erschien der bis heute aktuelle WLAN-Standard 802.11ac. Hier gab es einen Schnitt, denn 802.11.ac arbeitet nur noch im 5 Ghz-Band, was die Abwärtskompatibilität zu 802.11b und 802.11g ausschließt. Das dürfte allerdings nur wenigen auffallen, da entsprechende Geräte vermutlich längst außer Dienst gestellt worden sind. Eine parallele Verwendung von 802.11n ist allerdings kein Problem.

Können in einem WLAN verschiedene Standards verwendet werden?

Betreibst Du Dein Heimnetzwerk im WLAN-Standard 802.11n, sind auch „Uralt-Notebooks“ noch in der Lage darüber eine Verbindung zum Internet herzustellen. Die Verwendung verschiedener WLAN-Standards ist also möglich, lediglich die Verwendung des aktuellen Standards 802.11ac schließt ältere bis 802.11n aus.

Einige Router können aber trotz Verwendung des neuesten Standards eine Abwärtskompatibilität herstellen, indem sie einfach auf dem 2,4 Ghz- und dem 5 Ghz-Band das WLAN zur Verfügung stellen. Die Endgeräte verbinden sich dann automatisch mit dem für Sie optimalen (und am wenigsten genutzten) Netzwerk. Diese Technologie wird auch als Dualband-WLAN bezeichnet.

Welchen WLAN-Standard sollte man verwenden?

Befinden sich ältere Geräte in Deinem Netzwerk, die problemlos Ihren Dienst verrichten, ist es natürlich wichtig den korrekten WLAN-Standard zu verwenden. Wie oben bereits beschrieben, ist 802.11ac nicht mehr abwärtskompatibel mit 802.11b oder 802.11g. Die Verwendung von 802.11n sollte in den meisten Problemfällen für Abhilfe sorgen. Wie Du herausfindest, welche WLAN-Standards Deine Geräte unterstützen erfährst Du jetzt:

So findest Du den WLAN-Standard Deiner Geräte heraus

Damit sich internetfähige Geräte mit einem WLAN verbinden können, ist es zunächst wichtig zu wissen, welchen WLAN-Standard der Router überhaupt zur Verfügung stellen kann. Dazu hilft ein Blick auf die Produktverpackung, die Unterseite des Gerätes oder in die Bedienungsanleitung. Finden sich hier keine Informationen, hilft nur ein Blick in die WLAN-Einstellungen des Routers. Hier lässt sich auswählen, nach welchem Standard das WLAN zur Verfügung gestellt werden soll.

WLAN Frequenz im Router einstellen
Die WLAN-Frequenz lässt sich im WLAN-Router einstellen

Nutze die folgenden Möglichkeiten, um herauszufinden, welchen WLAN-Standard dein Gerät unterstützt:

  • Bedienungsanleitung
  • Typenschild auf der Rückseite
  • Produktverpackung
  • Suche nach der Typenbezeichnung im Internet
  • Die Bedienoberfläche im Gerät

Solltest du damit nicht zur Lösung kommen, kannst du noch die folgenden drei Wege ausprobieren:

  1. Online-Recherche: Da du gerade diesen Text list, bist du vermutlich gerade online und kannst gleich mit der einfachsten Möglichkeit loslegen. Tippe die, möglichst genaue, Typbezeichnung des Gerätes in eine Suchmaschine Deiner Wahl. Detaillierte Angaben dazu finden sich häufig auf der Rück- oder Unterseite des Gerätes, mit etwas Glück ist auch hier schon der verwendete Standard aufgedruckt. Das kann zum Beispiel so aussehen: WLAN [b/g/n/ac]. In den meisten Fällen lässt sich mit diesen Angaben ein Produktdatenblatt, ein Onlineshop oder ein Internetforum mit den von Dir benötigten Informationen finden.

  2. Bedienungsanleitung: Bleibt die Suche erfolglos hilft ein Blick in die, hoffentlich noch vorhandene, Bedienungsanleitung oder auf die Produktverpackung. Ist beides aufgrund des Alters und eines nicht vorhandenen Messie-Syndroms nicht mehr zu finden, hilft bei Geräten wie älteren Medienplayern oder Fernsehern nur der Blick ins Einstellungsmenü oder die Versuch-und-Irrtum-Methode. Stelle dazu Deinen WLAN-Router auf die aktuellste Einstellung (also 802.11ac) und schau, ob sich nach wie vor alle Geräte verbinden. Tun sie das nicht, wähle 802.11n – dank der Abwärtskompatibilität bis zu 802.11b sollte sich nun jedes Gerät mit Deinem WLAN-Netzwerk verbinden.

  3. Systemsteuerung: Bei älteren Laptops ist es auch möglich, den verwendeten WLAN-Standard über die Systemsteuerung herauszufinden. Windows bietet in der unteren rechten Ecke der Taskleiste ein entsprechendes WLAN-Symbol an. Mit einem Rechtsklick darauf kannst Du das „Netzwerk- und Freigabecenter“ öffnen. An oberster Stelle wird dort das derzeit verwendete Netzwerk angezeigt. Klicke nun auf die Netzwerkverbindung und wähle im folgenden Fenster „Details“. Im nun, zugegeben sehr technisch aussehenden, Fenster steht unter „Beschreibung“ die möglichen WLAN-Standards des im Laptop integrierten WLAN-Moduls.
Netzwerkverbindungsdetails
WLAN-Information in der Systemsteuerung

Bessere Reichweite durch den richtigen WLAN-Standard

Die einzelnen WLAN-Standards versprechen eine recht hohe Datenübertragung und Funkreichweite – zumindest auf dem Papier. Was am Ende allerdings auf dem Weg vom Router zum Laptop ankommt, hängt natürlich von der Umgebung, sprich: den baulichen Gegebenheiten ab.

Gibt es Verbindungsabbrüche oder andere Störungen im Funknetzwerk, ist es sinnvoll in den WLAN-Einstellungen des Routers einen anderen Funkkanal auszuwählen. Da viele Router einfach mit den Werkseinstellungen in Betrieb genommen werden, sind viele im gleichen Funkkanal unterwegs. Ein Wechsel des Kanals kann hier schon Abhilfe schaffen.

Auch eine Umbenennung des WLAN-Netzwerks (Der WLAN-Netzwerkname wird auch SSID bezeichnet) kann Probleme vermeiden. Internet-Provider liefern Ihre Router vorkonfiguriert aus, darunter fällt oft auch der Name des WLAN-Netzwerks. Wohnen drei Kunden des gleichen Providers im gleichen Haus und betreiben jeweils ein Netzwerk mit dem gleichen Namen, kann es zu Problemen kommen.

WEP oder WPA? Mögliche Probleme mit der Verschlüsselung

Unter Umständen kann es Probleme mit dem WLAN-Schlüssel geben. Damit in Deinem WLAN-Netzwerk auch wirklich nur Geräte betrieben werden die Du auch kennst, muss ein WLAN-Netzwerk unbedingt verschlüsselt werden. Von Werk aus wird jeder Router bereits mit einem WLAN-Kennwort vorkonfiguriert, dieses kann aber in den Einstellungen geändert werden. Da auch die Verschlüsselung von WLANs mit den Jahren besser und sicherer geworden ist, müssen ältere Geräte natürlich auch die aktuelle Verschlüsselungstechnik beherrschen.

Aktuell ist WPA und WPA2, das veraltete WEP solltest Du auf jeden Fall nicht mehr verwenden, da es sehr leicht geknackt werden kann und so jeder Deine Internetverbindung für Unfug nutzen kann.

Möchtest Du alte Geräte in Dein WLAN-Netzwerk integrieren und die WPA/WPA2-Verschlüsselung wird von diesen nicht angeboten, ist es also keine Lösung die Verschlüsselung Deines kompletten WLANs zu deaktivieren! Hilfreich kann dann ein Update des Treibers oder der Firmware sein – oder eben eine Neuanschaffung des Gerätes.

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Thema WLAN-Standard gemacht? Ist es Dir wichtig, immer den aktuellsten und schnellsten Standard zu verwenden? Oder hast Du dich vorher schon mit dem Thema beschäftigt? Deine Meinung und Erfahrung interessiert uns!

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