Telefonkabel
Für die Kommunikation in und außer Haus

Mobile WLAN-Router

Wie findest Du heraus, nach welchen Regeln Fußball gespielt wird? Eigentlich ist das ganz einfach: Du rufst Deinen Sportlehrer an oder befragst die Suchmaschine Deiner Wahl. Für beides benötigst Du ein Telefonkabel, denn sowohl das örtliche Telefonnetz (wir gehen davon aus, dass Dein Sportlehrer old school ist und kein Handy besitzt) als auch die DSL-Verbindung vom Rechner Deines großen Bruders nutzen das Telefonkabel. Gut, dass Du hier ganz viel über die auch als Fernmeldekabel bezeichneten Leitungen erfährst!

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Telefonkabel?

Das Telefonkabel oder Fernmeldekabel besteht aus zahlreichen einzelnen Aderpaaren oder auch Adervierern. Die sind alle zusammen mit einem einfachen oder mehrfachen Schutz versehen und von einem Kennzeichnungssystem umhüllt. Das System kann aus Papier, aus Folien, Fäden und Ummantelungen bestehen. Es dient sowohl der Nebensprechdämpfung als auch der Zählung und dem Schutz des Kabels.

Telefonkabel haben Farben und Ringe

Die kleinsten Kabel bestehen heute aus zehn Doppeladern. Sie werden für Hausanschlüsse mit maximal zwei Wohneinheiten genutzt. Das größte derzeit (Stand März 2020) verwendete Kabel hat insgesamt 2.000 Doppeladern und wird als Ortsverbindungskabel verwendet. Zuleitungen für Stadtteile und Straßenzüge sind ebenfalls meist sehr stark. Zwischen diesen beiden Extremen ist Ales möglich. Jedes Aderpaar kann immer nu reinem Telefonanschluss fest zugewiesen werden, das System ist nicht sehr flexibel. Die aus Kupferdrähten verlegten alten Fernmeldekabel werden alle nach und nach durch Glasfaserkabel ersetzt, denn die haben zwar einen geringeren Querschnitt, können aber ein Vielfaches an Daten übertragen.

Die Aderbezeichnungen:

  • Grundfarbe ohne Markierung: Zweidraht 1a oder Vierdraht a
  • Grundfarbe und schwarzer Ring: Zweidraht 1b und Vierdraht b
  • Grundfarbe und zwei Ringe mit einem langen Abstand zwischen den Ringen: Zweidraht 2a oder Vierdraht c
  • Grundfarbe und zwei Ringe mit kurzem Abstand zwischen den Ringen: Zweidraht 2b und Vierdraht d

Die Ringabstände betragen bei 1b 17 Millimeter, bei 2a 34 Millimeter und bei 2b ebenfalls 17 Millimeter. Die Grundfarben sind:

  • rot
  • grün
  • grau
  • gelb
  • weiß

Soweit die Farben und Ringe. Die Kabel können bündelverseilt oder lagenverseilt sein. Bei der Lagenverseilung orientiert sich die Auszählung von innen nach außen an den Lagen der Adern. Die Adern erhalten einen Strichcode und eine Grundfarbe. Das ist im öffentlichen Bereich so. Im privaten Bereich gibt es Installationsleitungen J-Y(ST)Y mit 2 x 2 x 0,6 mit zwei Doppeladern und einem Aderdurchmesser von 0,6 Millimetern. Und es gibt die Installationsleitung J-Y(ST)Y mit n x 2 x 0,6 mit einer beliebigen (n) Anzahl von Doppeladern und einem Aderdurchmesser von 0,6 Millimetern.

TAE, LSA+, Patchkabel: Was ist das alles?

Beim Telefonkabel wird noch einmal unterschieden zwischen dem TAE-Anschlusskabel, dem Verlegekabel, der LSA+ Anschlusstechnik und der Netzwerkverkabelung unterschieden. TAE-Anschlusskabel werden noch einmal in TAE-F Anschlusskabel (Kabel für Geräte für den Fernsprechbetrieb) und TAE-N Anschlusskabel (Kabel für Geräte für den Nicht-Fernsprechbetrieb) unterschieden. TAE-F Stecker befinden sich an Kabel für analoge Telefone, das ist also das klassische Telefonkabel. Befindet sich der TAE-N Stecker am Ende vom Kabel, wird das Kabel an Nebengeräte angeschlossen Nebengeräte sind beispielsweise Modems, Faxgeräte, Anrufbeantworter und ähnliches.

Das ISDN-Anschlusskabel wiederum kann für ein ISDN-Telefon oder eine ISDN-Adapterkarte für den PC genutzt werden. Dann gibt es noch das Netzwerk-Anschlusskabel: Das Kabel dient der Verbindung der verschiedenen Endgeräte in einem Netzwerk. Solche Endgeräte sind Computer und WLAN-Router, Hub und Switch, das ADSL-Modem, der Printserver und andere. Man nennt diese Kabel auch Patchkabel. Sie bestehen aus zwei RJ45 Steckern, zwischen denen sich ein flexibles Kabel in einer 1:1 Belegung befindet.

Und das Verlegekabel?

Das Verlegekabel ist für die Montage unter dem Putz geeignet und von einem festen Mantel aus PVC umgeben. Im privaten Bereich setzt Du normalerweise Ringware ein, also Kabel, die in einer Länge von 100 Metern oder 250 Metern aufgerollt als Ring erhältlich sind. Hier unterscheidet man Kabel, die für die Installation von Telefonnetzwerken genutzt werden und Kabel, die für die Installation von Computernetzwerken eingesetzt werden, z.B. für die Inbetriebnahme eines Access Points. Verlegekabel für Netzwerkinstallationen sind im Vergleich zu Verlegekabeln für Telefoninstallationen sehr gut abgeschirmt.

Wie funktioniert ein Telefonkabel?

Ein Telefonkabel besteht, wie bereits erwähnt, aus Aderpaaren oder Adervierern. Jedes Aderpaar wird immer eindeutig einem Telefonanschluss zugeordnet. Eine Heimtelefonanlage oder eine Gegensprechanlage kann daher auch ganz einfach mit einem Telefonkabel betrieben werden. Aber kann man auch das Ethernet direkt über das Telefonkabel übertragen?

Theoretisch ist das durchaus möglich, aber praktisch funktioniert es nicht immer. Denn es spielen verschiedene Faktoren hinein, ob das Ethernet über die Haustelefonverkabelung funktioniert. Im Zweifelsfall solltest Du das einfach ausprobieren. Stelle doch einmal eine Ethernet Verbindung über die längste zur Verfügung stehende Strecke her. Dann prüfst bie der Verwendung von zwei Aderpaaren, also vier Adern, ob die verbundenen Geräte Fast-Ethernet leisten. Wenn die Geräte Gigabit-Ethernet ausgehandelt haben, müsste an beiden Geräten der Betreib des Fast-Ethernet durch die Konfiguration erzwungen werden. Du probierst nun aus, einen kontinuierlichen Testdatenstrom über die Verbindung zu senden. Schau Dir die Ethernet Frames an: Wurden sie verworfen? Oft funktioniert es tatsächlich und Du kannst Ethernet über die Haustelefonverkabelung betreiben. Wenn die Abschirmung am Kabel stimmt, die nötigen Stecker vorhanden sind und Du die Verkabelung hinbekommst, steht Deinem Ethernet nichts im Weg.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Generell bietet Glasfaser gegenüber Kupfer einige Vorteile. Denn Glasfaserkabel haben mehr Bandbreite als die alten Kupferkabel, so dass eine standardisierte Leistung von bis zu 10 Mbit/s möglich ist. Kupferkabel sind schwerer, aber dafür kannst Du Kupferkabel selbst installieren. Die Steckertechnik ist bewährt, und gegenüber Glasfaserkabeln sind die Kupferkabel sehr viel weniger empfindlich. Sie halten tatsächlich eine höhere mechanische Belastung aus. Dei Messtechnik ist einfacher, Kupferkabel brechen beim Verlegen nicht einfach. Und natürlich ist Power over Ethernet nur mit einem Kupferkabel wirklich möglich.

Nachteile des Kupferkabels liegen in der geringeren Abhörsicherheit, dem höheren Platzbedarf und der nötigen Erdung. Elektrische und elektromagnetische Störfelder beeinflussen Kupferkabel, sie sollten also im Zweifelsfall gut abgeschirmt sein.

Telefonkabel anschließen: Wie geht das?

Wie schließt Du Dein DSL an die Telefondose an? Das Vorgehen ist eigentlich ganz einfach: Du verbindest Dein DSL-Modem mit dem Stromnetz. Dann solltest Du das eine Ende Deines DSL-Kabels an den entsprechenden Anschluss auf der Rückseite des Modems anschließen. Der richtige Anschluss ist der, der mit DSL/TEL beschriftet ist.Am anderen Ende des DSL Kabels hast Du auch einen Stecker. Der gehört in die mittlere Buchse der Telefondose. Diese Buchse sollte mit einem F gekennzeichnet sein.

Passt es für die Fritzbox, das Gigaset, Amplicon oder T-Home Sinus? Das Telefonkabel oder Y-Kabel passt durchaus für die Fritzbox und andere Geräte. Du benötigst einen TAE-Stecker. Auf den Abstand zwischen dem Telefonkabel und dem Stromkabel musst Du eigentlich nicht achten, die Geräte sollten einwandfrei funktionieren. Tun sie das nicht, sollten die Kabel abgeschirmt werden und die gemeinsame Strecke so kurz wie möglich gehalten werden. Du findest ansonsten die unterschiedlichsten Angaben, von 10 Millimeter Abstand über einen Mindestabstand von 40 Zentimetern bis hin zu 900 Metern.

Wie verbinde ich zwei Kabel, wenn ich das Telefonkabel verlängern muss?

Wenn Du das Telefonkabel für eine Nutzung im oberen Stockwerk oder aus einem anderen Grund verlängern willst, ist das kein Problem. Du kannst das mit Lüsterklemmen tun (kostengünstig, können aber zu groß sein und die Leistung des Kabels verringern), Du kannst Installationsklemmen von Wago benutzen (platzsparend, aber ein Verlust der Bandbreite), oder Du verwendest eine Scotchlok-Verbindung von 3M (Quetschverbinder, die kostengünstig und klein sind).

Baue zuerst die TAE-Dose aus und stelle den Strom ab, schraube die Hülle ab und löse die Dose aus der Wand. Öffne die Klemmen und ziehe die Drähte heraus. Nimm das andere Kabel und bereite es vor: Wenn Du Lüster- oder Wago-Klemmen verwendest, musst Du die Isolierung an den Enden abschneiden. Jetzt verbindest Du die Drähte mit der jeweils gleichen Farbe und fixierst sie entweder in der Lüster- oder der Wago-Klemme. Bei einer Scotchlok-Verbindung führst Du die gleichfarbigen Drähte einfach ein und drückst sie mit der Kombizange zusammen. Dann hast Du das Telefonkabel bereits verbunden und kannst die Enddrähte an der TAE-Dose anschließen. Bau die Dose wieder da ein, wo sie hingehört - das war schon alles.

Fazit: Telefonkabel sind keine Zauberei!

Auch wenn die alten Kupferkabel schon fast ausgedient haben: Für die Installationen im Haus haben sie doch noch Vorteile. Denn Du kannst sie selbst verlegen, verlängern, kürzen und sogar für ein Ethernet oder Power over Ethernet nutzen. Der Umgang mit den alten Kupferkabeln ist sehr viel einfacher als mit einem Glasfaserkabel, das in der Regel von einem Fachmann verlegt werden muss. Die farbige Kennzeichnung der Kabel hilft Dir, sie besser zu verstehen. Achte einfach darauf, dass Du die richtigen Stecker und Anschlüsse zu Hause hast. Abhängig davon, was genau Du mit dem Kabel anstellen oder anschließen willst, findest Du sogar genaue Beschreibungen der Hersteller, welche Anschlüsse Du wie und wo genau verbindest.

vgwort

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